Nachdem wir wieder in Moskau angekommen sind, ging es an einem Tag auf Erkundungstour in die Stadt und wieder ist aufgefallen, wieviel gerade überall gebaut und renoviert wird. Vor allem die Erholungsgebiete und Touristenattraktionen werden überall verschönert und ausgebaut, die Stadt wird richtig herausgeputzt. Beim Spaziergang im Botanischen Garten und auf der VDNKh (Exhibition of Achievements of National Economy) ist es unfassbar zu sehen, wie riesig und weitläufig diese Anlagen eigentlich sind.

Auf der VDNKh vor dem Kosmos Pavillon 
An einem anderen Tag ging es mit dem Zug nach Rostov Velikij, ein paar Stunden Zugfahrt von Moskau entfernt. Das kleine verschlafene Örtchen hat einen alten Stadtkern, bei dem vor allem der Kreml, der im 17. Jhd. erbaut wurde, heraussticht. Die Anlage ist vielleicht nicht so pompös gestaltet wie andere, wirkt aber gerade dadurch so ruhig und einladend, das wir gerne ein paar Stündchen dort verbracht haben. Auf dem Rundgang über die Kreml Mauern sind wir in verschiedene Kirchen gekommen, die eine tolle Akustik haben und wie alle orthodoxen Kirchen reichlich verziert sind. Zum Schluss sind wir noch auf einen der Türme rauf um die Aussicht von dort aus zu genießen – ein absolutes Muss, wenn man da ist! Dort lässt sich der Kreml, der Ort und auch der angrenzende See Nero gut überblicken. Wir hatten noch Glück und die Glocken haben gerade angefangen zu spielen, als wir oben waren, sodass die Atmosphäre noch viel schöner war.

Der Kreml in Rostov Velikij 

Blick auf den Glockenturm – das Glockenspiel zur vollen Stunde ist ganz zauberhaft 

Die Bahnsteige der kleinen Bahnhöfe sind nur etwas für schmale Menschen 🙂
Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp eingelegt im Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad, das ca. 1,5h Zugfahrt entfernt ist von Moskau. Das Kloster wurde im 14. Jhd. gegründet und ist noch immer das wichtigste Kloster in Russland, ein Besuch hier steht bei jedem Moskaubesuch auf der Liste. Das Kloster selbst ist sehr schön gebaut, die Kirchen sehr schmuck und die Atmosphäre ist hier sehr besonders, da hier noch immer Mönche leben und ausgebildet werden. Auch hier wurde sehr viel restauriert und gemacht, sodass es mit jedem Jahr schöner aussieht.

Dreifaltigkeitskloster in Sergijew Possad 
Nachdem wir schon fast 3 Wochen in Russland waren und einen Großteil doch noch bei der Familie verbracht haben, ging es am Freitag so richtig los für uns – wir sind die erste Etappe auf den Spuren der Transsibirischen Eisenbahn gefahren zu unserem ersten Stopp in Nizhnij Novgorod. Der Express braucht von Moskau hierher rund 3,5-4 Stunden und die Tickets sind sehr erschwinglich.
Im Vorfeld haben wir immer wieder gehört, dass die Stadt sehr schön ist, aber konnten nicht wirklich viel damit verbinden. Die Stadt ist mit nur rund 1,2 Mio. Einwohnern deutlich kleiner als Moskau (zum Vergleich: 12,4 Mio. Einwohner…) und das Herz der Stadt bildet die große Kremlanlage, die sich über eine große Fläche und vor allem über viele Höhenmeter erstreckt und an der Mündung der Oka in die Wolga liegt. Der Kreml ist komplett frei zugänglich und beherbergt einige staatliche Einrichtungen, verschiedene Museen und bietet vor allem die schönsten Ausblicke über die Stadt. In der Altstadt sind viele schöne alte Gebäude, wie z.B. das Theater, die Bank etc. erhalten, sodass man schön durchschlendern kann. An jeder Ecke gibt es tolle Cafés, Läden und Märkte, die zum Verweilen einladen.
Morgen werden wir dann in einer Free Walking Tour noch ein paar mehr Geschichten zur Stadt erfahren und über Nacht geht es dann mit dem Zug weiter zu unserem nächsten Halt: Kazan.

Im Kreml von Nizhnij (wie die Stadt von Einheimischen genannt wird) 

kleiner Fluss, der in die Volga mündet 
Blick von der Chkalov Treppe 

Strelka – wo die Oma und die Volga zusammenfließen 