Nachdem wir uns entschieden haben, im Mai 2019 in unser Sabbatical zu starten, war uns schnell klar, dass dies einiges an Vorbereitung bedarf. Für mich bedeutete dies eine besondere Art der Planung – seit letztem Jahr bin ich insulinpflichtiger Typ-1-Diabetiker.
Gerade zu Beginn der Planungen ergaben sich daraus viele Fragen: Kann ich als Diabetiker überhaupt ein Jahr reisen gehen? Wie versorge ich mich mit Insulin und allen Utensilien zum Blutzucker messen? Bei welcher Versicherung bekomme ich als Diabetiker eine Langzeit Auslandskrankenversicherung?
Die erste Frage war schnell beantwortet, bereits in der Notaufnahme habe ich diese dem Arzt gestellt und ein klares „Ja“ bekommen. Also Haken dran und weiter zur wohl wichtigsten Frage in der Planung – Wie komme ich an mein Insulin während der Reise? Nach einigen Recherchen im Internet und einem Gespräch mit meiner Diabetologin war klar, dass ich mir im Vorfeld einen Vorrat anlegen und meinen gesamten Bedarf für ein Jahr mitnehmen muss. Aber wie hoch ist eigentlich mein Bedarf für 1 Jahr? Um das herauszufinden, habe ich mir über ein paar Wochen hinweg notiert, wie lange eine Insulinpatrone reicht und konnte damit errechnen, wieviel Insulin ich benötigen werde. Dank meiner Ärztin konnte ich mir einen ausreichend großen Vorrat inkl. Puffer zulegen.
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Ermittlung des Blutzuckerwertes, diesen ermittle ich mit dem Freestyle Libre. Da ich auch während unserer Reise nicht auf den Luxus des scannen verzichten möchte, musste ich noch klären ob ich alle Sensoren mitnehme oder mir unterwegs welche besorge. Aus Platzgründen und weil ich die gesetzliche Krankenkasse während der Reise pausiere und somit keine Kostenübernahme bekomme, habe ich mich dazu entschieden, mir die Sensoren unterwegs zu bestellen.
Die Frage nach einer Versicherung, welche mich für ein Jahr Langzeit versichert, war für mich zu Beginn die schwierigste. Im Endeffekt war das aber recht einfach zu klären: alle angefragten Versicherungen schließen eine chronische Erkrankung aus, sodass Medikamente usw. während der Reise selbst bezahlt werden müssen. In einem Notfall, z.B. einer Hypoglykämie, bin ich aber abgesichert und das ist für mich das wichtigste.
Jetzt so kurz vor der Reise kam mir noch der Gedanke, wie ich mein Insulin eigentlich transportieren und kühl lagern soll. Glücklicherweise ist Insulin recht pflegeleicht. Ich habe mir 2 größere Thermosflaschen besorgt in welche ich meinen Vorrat packen und ggf. mit kaltem Wasser kühl halten kann, zusätzlich habe ich eine kleine Kühltasche für Tagesausflüge in wärmeren Regionen der Welt.