Auf nach Sibirien

Die Städte, die wir bisher gesehen haben, haben uns immer sehr beeindruckt, weil viel gemacht wurde und es auch angenehm war einfach durch die Orte zu schlendern und Neues zu entdecken. In Ekaterinburg war es für uns das erste Mal auf der Reise, dass wir nicht gleich einen Zugang zur Stadt gefunden haben.

Wie auch vorher schon sind wir frühmorgens mit dem Zug angekommen, haben unsere Sachen schon einmal im Hostel verstaut und sind dann auf Entdeckungstour gegangen. Das Wetter war irgendwie grau und kühl und in der Stadt haben wir viele graue Gebäude gesehen – die Zeit zwischen 6-10 Uhr ist uns dabei seeehr lang vorgekommen, als wir nicht die Möglichkeit hatten uns irgendwo reinzusetzen oder reinzugehen.

Je mehr wir allerdings geschaut haben und als die Sonne später rauskam, haben wir umso mehr schöne Plätze am Fluss gefunden, wie z.B. ein Freiluftmuseum mit verschiedenen Erzen, die im Ural zu finden sind, und alten Maschinen aus der industriellen Revolution. In der Nähe des Sees ist das Literaturviertel, in dem noch viele schöne alte Häuser erhalten sind und in denen jetzt Museen zur Literatur im Ural sind. Wie in den anderen großen Städten gibt es auch hier neue Wolkenkratzer, die das Stadtbild prägen und wie schon in Moskau sind wir hier auch auf eine Aussichtsplattform hoch um die Aussicht über die Stadt zu genießen. Der Vysotsky Turm auf dem sich die Plattform befindet, ist der nördlichste Wolkenkratzer der Welt. So waren überall die Gegensätze zu sehen – neue Häuser, die in den Himmel ragen und alte Häuser, bei denen schon der Putz bröckelt.

Die Stadt ist besonders bedeutsam, da die Zarenfamilie hier 1918 umgebracht wurde. An dem Ort ihrer Gefangenschaft und Ermordung steht heute die Kathedrale auf dem Blut.

Außerdem verbindet Ekaterinburg den europäischen Teil Russlands mit dem Asiatischen und ist damit Teil der Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn. Insgesamt 3 Denkmäler ein paar Kilometer außerhalb der Stadt markieren die Grenze zwischen Asien und Europa. Wir wollten natürlich zu dem „richtigen“, aber das war gar nicht so einfach zu finden. Das bekannteste und neueste ist ein Denkmal aus Metall, das in der Nähe einer Autobahn steht. Angeblich wird die tatsächliche Grenze aber von einem alten Obelisken in der Nähe von Vershina markiert. Anstatt eine teure Tour zu buchen sind wir also mit der Bahn gefahren und haben einen Spaziergang zum Obelisken gemacht und haben auf dem Rückweg sogar noch den kleinen Obelisken direkt an der Bahnstation gesehen. Jetzt ist es also offiziell: wir haben Europa hinter uns gelassen und sind unterwegs in die russische Wildnis.

Eigentlich wollten wir auch gerne noch in den Ural, aber es hat sich leider gar nicht so einfach gestaltet dorthin zu kommen. Der Mittlere Ural rund um Ekaterinburg ist außerdem nicht besonders hoch, sodass unser Ausflug an den Grenz-Obelisken als Naturausflug genügen musste.

Die längste Zugfahrt in Russland führte uns von Ekaterinburg nach Novosibirsk. Hier angekommen haben wir einen leichten Schock bekommen. Novosibirsk wurde erst vor knapp 130 Jahren gegründet, sodass es kein altes Zentrum gibt wie in den anderen Städten und viele Straßenzüge leider recht grau und trist wirken. Unsere Zeit hier haben wir deshalb vor allem dafür genutzt um unsere Route weiter zu planen und alles für die nächsten Stopps zu buchen bzw. zu recherchieren.

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