Mittlerweile sind wir an unserem Ziel in Russland angekommen – dem Baikal sind wir jetzt so nah wie nie zuvor. Nach Novosibirsk hat es uns nach Krasnoyarsk verschlagen und dort haben wir einen längeren Stop eingelegt.
Die Stadt selbst hatte zum Glück wieder etwas mehr zu bieten als Novosibirsk und wir konnten viel Zeit am Jenissei verbringen, an der Uferpromenade, aber auch im Inselpark (der hier ganz wunderbar Landschaftnij Park benannt ist). Überall waren Menschen draußen unterwegs auf Trimm-Dich-Pfaden, beim Inlineskaten oder Fahrradfahren und wir haben uns hier direkt wieder wohler gefühlt. Abends gab es auf kleinen Bühnen, die an der Promenade aufgebaut waren, kleine Konzerte von jungen Bands aus der Stadt, die wir uns gerne angehört haben.

Uns ist hier wie schon in anderen Städten aufgefallen, dass das Thermometer eigentlich gar nicht so hohe Temperaturen anzeigt, aber es sehr heiß wird, sobald die Sonne rauskommt und es 20°C sind. Das liegt vor allem an den großen Asphaltflächen, auf denen die Wärme nur so gestaut wird. Man muss sich beim Reisen also auf jeden Fall drauf einstellen und sich vor der Sonne schützen – wir haben meist versucht nicht so viel Zeit in der Sonne zu verbringen und haben uns oft im Schatten ausgeruht.
In Krasnoyarsk befindet sich ein ganz toller und bekannter Nationalpark: der Stolby Nationalpark. Die Infos wie man dorthin kommt, waren leider recht schwer zu finden, aber nach einigen Recherchen sind wir fündig geworden und sind morgens mit dem Bus Nummer 50 bis zur Haltestelle Baizakha gefahren und standen erst einmal auf der Straße, ohne genau zu wissen, wo wir nun eigentlich hinmüssen. Ein paar Einwohner haben uns die Straße hoch geschickt, die in einem Ski-Funpark mit einigen Ski-Pisten und -Liften endet. Da immer noch nichts ausgeschildert war, haben wir uns noch einmal durchgefragt und wir sollten uns hinter dem Gebäude einfach ein wenig rechts halten, da die Lifte nicht arbeiteten und wir sie deshalb nicht nehmen konnten. Gut, das haben wir gemacht und standen auf einmal vor der Skipiste, der Nationalpark war aber hier tatsächlich ganz klein ausgeschildert, zusammen mit den verschiedenen Liften und Abfahrten. Unser Wanderweg ging also ziemlich steil bergauf und wir waren sehr froh unsere Wanderstiefel dabei zu haben, die Höhenmeter haben wir auf diesem Weg nämlich in Rekordzeit geschafft.

Stolby Nationalpark 
Blick auf den 2. Stolb 
Auf dem 2. Stolb 
Auf dem 2. Stolb
Oben angekommen wurden wir dafür mit einem wundervollen Ausblick über die Berge und Hügel belohnt. Der Eingang zu Stolby war dann auch tatsächlich zu sehen, inkl. einiger Routen durch den Park. Wir haben uns für eine längere Wanderung durch den Park entschieden, die immer mal wieder den Ausblick auf die Berge und Felsen gegeben hat und auf der uns nicht so viele Menschen entgegenkamen. Als wir näher an die bekanntesten Felsen kamen, kamen uns auf einmal auch viel mehr Menschen entgegen, der Weg hinunter zum Hauptausgang war komplett ausgelegt mit Holztreppen – und wir waren am Ende doch ziemlich froh, den „Hintereingang“ genommen zu haben! Mit den Massen sind wir also wieder heruntergerollt und sind die paar Kilometer zur Busstation Turbaza gegangen.
Nach diesem ersten Ausflug in die Natur ging es für uns ein letztes Mal in den Zug der RZD und nach der zweitlängsten Fahrt (21h) sind wir in Irkutsk angekommen, insgesamt haben wir auf der Strecke der Transsib von Moskau hierher 77,5 Stunden im Zug verbracht.
In Irkutsk hat uns leider auch das erste Mal eine böse Überraschung mit unserer Unterkunft erwartet: Wir hatten uns eine Wohnung über Airbnb gemietet, haben aber keine Antworten vom Host erhalten, konnten ihn auch telefonisch nicht erreichen und eine hinterlegte Nummer gehörte sogar noch dem ehemaligen Host… Jetzt hoffen wir, dass wir das schnell mit Airbnb klären können und haben uns in der Zwischenzeit eine andere Wohnung gesucht, in die wir zum Glück auch super spontan einziehen konnten.
In Irkutsk gibt es im historischen Zentrum sehr viele schöne alte Gebäude und die Straßen laden richtig zum Schlendern ein. Es sind sogar sehr viele Holzhäuser erhalten, die natürlich noch einmal einen ganz eignen Charme haben. Hier gibt es viele kleine Läden, Cafés und Restaurants, die zum Verweilen einladen.
Morgen geht es für uns dann im eigenen Auto in den Tunkinsky Nationalpark und danach endlich an den Baikal!

Bogoyavlensky Cathedral 
The Saviour’s Church 
Auf der Karl-Marx-Straße 
Alte Holzhäuser 
Alte Holzhäuser 
Am Angara, dem einzigen Abfluss des Baikals
