4,5 Monate ist es jetzt schon her, dass wir uns auf den Weg gemacht haben auf unsere Weltreise und mittlerweile haben wir schon soo viel erlebt. Echt verrückt, wie schnell die Zeit dabei vergangen ist und wie einfach uns das Reisen immer noch fällt.
Reiseplanung
Wie wir uns das am Anfang schon gedacht haben, versuchen wir weiterhin nur die nächsten 2-3 Wochen im Voraus zu planen (mit Ausnahme von unserer Zeit in Australien und Neuseeland, wo wir die Camper schon Anfang des Jahres gebucht haben) und damit geht es uns ganz gut. Wir sind flexibel, was unsere nächsten Ziele angeht und wieviel Zeit wir an den Orten verbringen wollen. Und selbst, wenn wir für den nächsten Stopp schon ein Hotel gebucht haben und es uns am aktuellen Ort gefällt, buchen wir eben um. Dank Booking und Airbnb ist eine Änderung der Buchung in vielen Fällen möglich. Genau dafür haben wir uns dieses Jahr freigenommen zum Reisen, um eben nicht im straffen Zeitplan durch ein Land zu düsen.
Geld
Hand in Hand mit der Planung geht die Überlegung, welche Währung eigentlich in dem Land herrscht und welche Zahlungsmethoden gängig sind.
Ganz ehrlich, gerade bei den kürzeren Stopps wie z.B. in Seoul, Hong Kong oder Singapur fehlt mir einfach die Zeit mich an den Namen der jeweiligen Währung zu gewöhnen und in Gedanken sind es dann vielleicht noch Yen in Korea, obwohl es dort natürlich den Won gibt. Da ist es einfacher, nur den Betrag zu nennen und gar nicht erst einen Versuch zu starten mit der Währung klarzukommen. 🙂
Umso wichtiger ist es aber, den Umrechnungskurs zu kennen! Dafür gibt es super praktische Apps fürs Handy, aber wir wissen auch immer den groben Kurs und das Äquivalent von 1€, 5€ und 10€. Die Werte zusätzlich im Kopf zu haben erleichtert kleinere Käufe ungemein.
Vor ein Problem gestellt hat uns ab und an jedoch die Verfügbarkeit von ATMs und die fehlende Möglichkeit mit der Karte zu zahlen. Wir können zwar im Ausland kostenlos Geld abheben, in Malaysia und Indonesien konnte man allerdings kaum etwas mit Karte zahlen (selbst Hotels!) und in abgelegenen Orten wie z.B. auf den Inseln oder im Jungle gab es keine ATMs. In manchen Fällen haben wir die Info im Voraus von der Unterkunft bekommen, aber wir haben auch schnell gelernt, damit zu planen. Also mussten wir die geschätzten Kosten im Voraus so gut es ging zusammenrechnen und eben ausreichend Bargeld dabei haben.
Dann gibt es in Ländern wie z.B. Korea oder Thailand Gebühren fürs Abheben, sodass es wieder gut ist, die Kosten grob abschätzen zu können um nicht unnötig oft Geld abheben zu müssen.
Am besten haben uns natürlich die Orte gefallen, wo man fast überall mit Karte zahlen kann und selbst eine Cola im Supermarkt mit der Karte oder mit ApplePay bezahlt werden kann. Ein Traum! Das war bisher in Russland, Japan, Korea, Hong Kong und Singapur möglich und das war natürlich super entspannt. In Singapur haben wir uns darüber nach 2 Monaten der ganzen Rechnereien sehr gefreut und fast alles mit Handy oder Karte gezahlt. 🙂
Fortbewegung
Wir haben nicht den Anspruch besonders schnell von A nach B zu kommen und versuchen dort, wo es geht und sinnvoll ist mit Bus und Bahn zu fahren um den Flug zu sparen. Natürlich ist uns klar, dass wir nach einem Jahr Reisen einen wahnsinnig schlechten ökologischen Fußabdruck haben werden, aber wir müssen ihn ja nicht noch zusätzlich verschlechtern. Außerdem ist es oft auch viel schöner langsam voranzukommen und die Landschaft drum herum zu bewundern.
Gerade in Russland waren die Bahnfahrten ein Highlight für sich, genauso wie der super moderne Shinkansen in Japan. In Malaysia gab es ein wunderbar ausgebautes Busnetz, das günstig, bequem und sehr zuverlässig war, wohingegen es auf Sumatra ein Krampf war sich fortzubewegen. Die ewig langen Fahrten auf schlechten Straßen, dem krassen Fahrstil und den Serpentinen waren eine Zumutung, aber mit Flügen hätten wir unsere Stopps sowieso nicht verbinden können.
Technik
Bevor wir los sind, haben wir uns Gedanken gemacht, welche Geräte wir mitnehmen sollten, was wir brauchen und was nicht. Ich fotografiere sehr gerne mit meiner Canon DSLR und wollte in dem Jahr nicht darauf verzichten, weshalb wir uns für eine möglichst kompakte Ausstattung mit Kamera, 2 Objektiven, externer Festplatte und Laptop entschieden haben. Im Vorfeld haben wir uns extra einen leichten und kleinen Laptop gekauft und nach 4 Monaten sind wir mit der Kombi immer noch sehr zufrieden. Die Ausrüstung lässt sich zum Glück gut verteilen auf unsere beiden Rucksäcke und wir nutzen alles davon regelmäßig. Zusätzlich ist der Laptop eben doch ganz gut zum Film gucken oder Formulare ausfüllen.
Wobei die Kamera (und damit einhergehend der Laptop zur Nachbearbeitung der Fotos) für mich z.B. für eine längere Reise nur in Asien nicht nötig wäre. Ich habe ein paar schöne Aufnahmen von meiner Kamera aus Asien, aber wir hatten nur in Hong Kong blauen Himmel und sonst war es fast immer eher grau und bewölkt, sodass die Fotos so oder so nicht so ganz schön sind. Hinzu kommt, dass meine Handykamera ganz gut ist, sodass ich in Städten die Kamera prinzipiell im Zimmer gelassen habe. Naturaufnahmen wie z.B. in Russland habe ich aber viel lieber mit der Kamera gemacht und ich weiß, dass das in Australien und Neuseeland auch der Fall sein wird.
Leben on the road
Es ist verrückt, aber wir freuen uns nach Wochen des Herumreisens auf kleine Päuschen, wie z.B. ein paar Tage in einem Strandbungalow auf Tioman oder auf Palambak zu verbringen oder ein paar Tage in Bangkok in einer Airbnb Wohnung zu verbringen und einen Waschmarathon zu veranstalten um alle Klamotten endlich mal einer Grundreinigung zu unterziehen – ja, wir haben uns wirklich 1-2 Wochen auf die große Wäsche gefreut. 🙂
Für uns ist es auch wichtig, etwas länger an einem Ort zu bleiben. Im normalen Urlaub mit 2-3 Wochen war es für uns ok, auch mal nur 1-2 Nächte an einem Ort zu verbringen. Jetzt geht das gar nicht, weil uns das ständige Zusammenpacken und Rucksackschleppen schon etwas auf den Nerv geht. Außerdem hat man so gerade in Hostels oder Guesthouses die Möglichkeit Leute kennenzulernen. Noch etwas, worauf wir uns jetzt schon seit mindestens einem Monat freuen: in Australien und Neuseeland haben wir Camper, sodass wir jeweils einen Monat unsere Rucksäcke nicht packen und schleppen müssen!
Das Allerwichtigste ist allerdings, immer wieder neugierig auf neue Orte zu sein und keine Vergleiche zu ziehen. Wir wollen nicht irgendwann das Gefühl haben, alles schon gesehen zu haben und sich an nichts mehr erfreuen zu können und versuchen deshalb die Reise auch abwechslungsreich zu gestalten. 3 Wochen am Strand würden wir nicht aushalten, 3 Wochen in irgendwelchen großen Städten genauso wenig. So versuchen wir eine Balance zu halten zwischen Städten, Jungle, Strand usw. und bisher gelingt uns das ganz gut.
Dabei sollte man auch keine festgefahrenen Erwartungen haben, die es gilt einzuhalten oder zu übertreffen. Wir wurden z.B. von Hong Kong und Singapur total überrascht, weil Hong Kong viel entspannter war als wir gedacht haben und Singapur doch nicht so futuristisch, wie man es von den Bildern des Flughafens oder der Marina Bay kennt.
Am Ende versuchen wir einfach, die Dinge auf uns zukommen zu lassen und das beste draus zu machen und wir sind wahnsinnig gespannt, was die kommenden Monate noch alles für uns bereithalten!