Bevor wir in unsere Weltreise gestartet sind, waren viele sehr überrascht, dass wir in Russland beginnen wollen (obwohl ich schon oft hier war zum Familienbesuch) und ich hatte oft den Eindruck, dass die meisten Russland faszinierend finden, sich aber nicht so recht trauen hinzureisen, obwohl sie schon viele Teile der Welt bereist haben.
Durch meine früheren Reisen nach Russland hatte ich nie das Gefühl, dass es umständlich oder gefährlich ist und in den letzten 2 Monaten, in denen wir quer durch das Land gereist sind, haben wir so viele schöne Eindrücke sammeln können, dass wir jedem nur empfehlen können auch einmal nach Russland zu reisen. Es gibt zudem super viele Hilfsmittel für das Smartphone, die viele alltägliche Dinge erleichtert haben.
Deshalb hier ein paar Tipps:
- Sprache – Ein paar Sätze in Russisch sollte man schon verstehen und auch sagen können, da leider viele kein Englisch sprechen. Im Zweifel sollte vielleicht der Google Translator schnell auffindbar sein auf dem Handy. 🙂
- Geld – bloß nichts vorher in Deutschland wechseln und Rubel mitnehmen, man kann fast überall mit Karte zahlen – an manchen Orten sogar das Eis an der Promenade. ATMs gibt es wie überall sonst auch an jeder Ecke, da zählt es nur eine Bank zu haben, mit der man im Ausland kostenlos Geld abheben kann.
- Telefon/Internet – In Moskau gibt es an vielen öffentlichen Plätzen, in Cafés und Restaurants kostenloses Wifi, sodass man dort nicht unbedingt eigenes Internet benötigt. In den anderen Orten, in denen wir waren, gab es nur noch in Cafés und Restaurants Wifi, manchmal musste man sich allerdings mit einer russischen Nummer anmelden. Wir haben uns für die Zeit hier eine Sim Karte vor Ort gekauft bei MTC, für ca. 7€ im Monat gibt es unlimited Internet und 500 Freiminuten.
- Transport – Wir sind sehr gerne mit der RZD (der Russischen Bahn) gefahren. Auch wenn die größeren Orte alle einen Flughafen haben, ist die Bahnfahrt doch sehr viel günstiger und ziemlich bequem – und sind wir mal ehrlich, mit Russland verbindet man einfach die Bahn.
- Meist sind wir in der 3. Klasse gefahren, dabei handelt es sich um offene Schlafabteile, in der 2. Klasse sind jeweils 4 Betten in einem Abteil. Während der Zugfahrt konnten wir schön lesen, die Landschaft anschauen und Tee trinken – heißes Wasser wird in jedem Waggon in einem großen Wassertank kostenlos zur Verfügung gestellt. Tickets kann man bequem online kaufen: http://eng.rzd.ru oder noch besser in der App: RZD (Russian Railways) mit dem rot-weißen Logo.
- Öffentliche Verkehrsmittel – Das Verkehrsnetz ist mit den vielen verschiedenen Verkehrsmitteln nicht sehr übersichtlich, aber es gibt eine sehr hilfreiche App von Yandex (dem russischen Google): Yandex Transport. Dort kann man einfach eingeben, welche Strecke man fahren möchte und die App spuckt einen Weg aus.
- in großen Städten und wenn man viel fährt, lohnt es sich eine Karte für den ÖPNV zu kaufen, da man dort Geld aufladen kann, sie für alle Verkehrsmittel von Bus bis Metro gelten und die Fahrten etwas günstiger sind, in Moskau ist dies z.B. die Troika.
- Die Fahrt mit dem Bus und Trolleybus zahlt man beim Schaffner im Bus.
- Taxi – Uber wurde hier mit Yandex zusammengelegt und so kann man nach dem selben Prinzip bei Yandex Taxi ein Taxi bestellen. Auch wenn man sparen muss, ein Taxi für 2€ vom Bahnhof zum Hotel kann man sich immer leisten. 🙂
- Automiete – Mit unserem UAZ von eastories am Baikal hat alles super geklappt, die Region kann ich auch nur empfehlen mit dem Auto auf eigene Faust zu erkunden. Zur Miete reicht an sich der deutsche Führerschein, wir haben zur Sicherheit sowieso den internationalen Führerschein dabei.
- Auf der Insel Olkhon wurden wir gleich zwei Mal von der Polizei angehalten und einmal mussten wir mehrfach erklären, wie das Prinzip vom internationalen Führerschein funktioniert. Vielleicht war er auch auf etwas Extrageld aus… Beharrlich sein, abwarten und freundlich bleiben hilft in jedem Fall.
- Sightseeing – Um uns etwas einzulesen zum nächsten Ort haben wir neben den Wiki- und Lonely Planet Eintrag auch Culture Trip gelesen, dort standen meist noch einmal weitere Infos oder neue Anregungen drin. Zum Sightseeing in der Stadt haben wir die App GPS My City entdeckt und sehr gern genutzt. Dort gibt es Offline Karten und Vorschläge für Walks durch die Stadt mit interessanten Infos. Die App gilt weltweit und wir haben auch schon Material für Tokyo heruntergeladen!