Japan. Fast zwei Monate sind wir durch Russland gereist und haben endlich den Sprung gewagt in ein anderes Land 🙂 Und Tokyo hat uns gleich umgehauen – im Flughafen ging alles geregelt und schnell vonstatten und als wir rausgingen, fühlten wir auch gleich das andere Klima: warm und etwas schwül, obwohl wir spät abends gelandet sind.

Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel waren wir schon ganz überrascht vom Zentrum der Stadt: Um den Bahnhof von Tokyo stehen unglaublich viele Wolkenkratzer, aber dennoch war überall etwas grün zu sehen von Bäumen und Mini-Gärten an den Häusern. Und die nächste Überraschung kam schon beim Hotel. Von Freunden haben wir schon gehört, dass Hotels in Tokyo sehr teuer sind, man dort aber gut und günstig in Hostels schlafen kann, in denen viele kleine Bett-Kabinen aneinandergereiht sind. Wir wollten das auch einmal ausprobieren und haben ein Capsulehotel genommen, in dem jeder seine eigene space-ige Kapsel hat. Obwohl das schon recht minimalistisch ist, hat es uns super gefallen, vor allem wegen der zentralen Lage gleich neben dem Palast.

Am nächsten Tag ging es schon auf Entdeckungstour durch die Stadt und rein in das Shopping Traumland. Obwohl wir in einen Tempel wollten, ging der Weg geradewegs durch eine Shoppingstreet – eine überdachte Straße, an der sich von beiden Seiten Läden aneinanderreihen mit allem, was man sich erträumt: Teeschalen, Stäbchen, Süßigkeiten, japanischem Gimmicks, Fächer, Kosmetik, Snacks und und und… Unser erster Kauf waren Regenschirme, weil es gleich angefangen hat zu regnen.
Unser eigentliches Ziel, der Asakusa Schrein, war schön eingebettet in kleine Gartenecken und sah gleich so schön typisch japanisch aus, wie man sich das daheim so vorstellt. Am Eingang der Tempel kann man Lose ziehen, die einem die Zukunft vorhersagen. Hier war es so, dass man ein Stäbchen mit einer Nummer aus einem Behälter ziehen musste und dann aus der Schublade mit seiner Nummer sein Los ziehen kann. Das Klappern der Stäbchen in den Behältern, als die Menschen sie noch einmal gut durchgeschüttelt haben vor dem Ziehen, hallte über die ganze Anlage. Das Geschehen sah so toll aus, dass wir es auch gleich ausprobieren mussten – aber leider hatten wir kein Glückslos. Darüber mussten wir uns zum Glück nicht ärgern, schlechte Lose kann man an ein Geländer binden und einfach hinter sich lassen. Eine andere schöne Tradition ist es, Wünsche, Hoffnungen und Gebete auf kleine verzierte Holztafeln zu schreiben und am Schrein aufzuhängen.

Nach diesem tollen Einstieg in die Stadt und die japanische Kultur ging es für uns 5 Tage lang durch Tokyo auf Entdeckungstour und jeder Tag hatte etwas tolles Neues zu bieten. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus! Vom königlichen Palast, der in der Mitte der Stadt direkt neben den Hochhäusern versteckt hinter großen Gärten und noch größeren Bäumen liegt, über das eifrige Treiben in den Shoppingstraßen rund um Shibuya, die vielen Parks, die überall in der Stadt verteilt sind bis hin zur wundervollen Aussicht auf die Stadt bei Nacht.
Die Tage in Tokyo sind so wahnsinnig schnell vergangen, wir haben so viel erlebt in der Zeit und alles war einfach sehr beeindruckend, aber ein paar Highlights sind uns besonders in Erinnerung geblieben:
- Der Meiji-Schrein liegt mitten in Shibuya und ist umgeben von Shoppingbezirken und wirkt von außen recht unscheinbar, da nur ein altes großes Tor zwischen hohen Bäumen zu sehen ist. Wir sind bei Dämmerung reingegangen und der Eingang sah regelrecht verwunschen aus und erinnert an schöne Animefilme. Wir sind ein paar Minuten durch den Dschungel-ähnlichen Park gegangen und nach einigen Minuten öffnete sich für uns der Blick auf einen wundervollen alten Tempel.
- Der Ueno Park mit einem See aus Lotusblättern. Mitten in der Stadt ist dieser große Park und dort ein großer Teich der vollständig mit Seerosen bedeckt ist – wunderschön!
- Geht man durch die Straßen von Tokyo findet man überall Gelegenheiten zum Shoppen. Die großen Reklametafeln, Leuchtschilder und die Musik wollen die Leute zu sich locken. Tausend Eindrücke sind auf uns eingeprasselt, nicht nur in Shibuya. Ein ganz anderer Großstadtflair als bei uns in Deutschland.
- Der East Garden des Palastes im Zentrum der Stadt ist eine idyllische Oase mitten im Großstadtdschungel. Wir haben hier einen ganz entspannten Spaziergang gemacht und uns am typisch japanischen Garten erfreut.
- Wenn es dunkel wird, erstrahlt die Stadt unter dem Licht der Hochhäuser und hat damit noch eine ganz andere Wirkung und ist fast noch schöner als am Tag.
- Im Vorfeld habe ich bei Instagram von teamLab Planet erfahren, einer Kunst-Installationen, die die Grenzen zwischen dem Menschen und der Kunst verwischt und einen Eindruck von Unendlichkeit gibt. Es gab dort wahnsinnig tolle Effekte, jeder Raum war anders und wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus!
- Die Japaner tragen Kimonos und Yutakas (die Sommerversion des Kimonos) auch im Alltag. Hier ist es keine verstaubte Tradition, die einmal im Jahr zum Fest herausgeholt wird, sondern wirklich getragen wird, vor allem beim Besuch von Schreinen und Palästen.

auf den Straßen von Tokyo 
Pflanzen sind überall zu finden 
Der Lotusteich im Ueno Park 
Ueno 
Shopping in Shibuya 
Der Eingang zum Meiji Schrein 
Der Meiji Schrein 
EIngang in eine Mail 
Im East Garden 




Am äußeren Graben des Kaiserpalastes 


Liebevoll dekorierte Hauseingänge findet man hier überall 
Im teamLab 





Insgesamt hat uns verwundert, wie sauber es überall auf den Straßen war (nicht nur in Tokyo, sondern auch in den anderen Städten), obwohl es keine öffentlichen Mülleimer gibt. Die Menschen sind alle super freundlich und haben tolle innovative Wege gefunden, den kleinen Raum, den sie zur Verfügung haben, effizient zu nutzen. Es gibt z.B. keine Zapfsäulen an Tankstellen, sondern der Tankschlauch befindet sich in der Decke der Tankstelle und wird heruntergefahren, nachdem ein Auto in der Tankstelle geparkt hat.