Im Land des Tees

Endlich konnten wir schauen wie Tee angebaut und verarbeitet wird. Die Cameron Highlands in Malaysia sind kein wirklich großes Teeanbaugebiet, aber es gibt ein paar große Teefelder und auch ein paar Jungletreks, sodass wir wieder schön viel Zeit draußen verbringen wollten.

Neben Tee und Jungle sind die Hauptattraktionen Erdbeerfelder, Honigverkäufer, Schmetterlingshäuser usw. – das zeigte uns schon, dass viele Touristen in die Region kommen und dass wir auf keinen Fall eine Tour buchen wollten. Als wir angekommen sind, waren wir dennoch überrascht wie groß das Ausmaß tatsächlich ist und wieviele Hotels im Hauptort, Tanah Rata, entstanden sind. Im Ort gibt es ein paar Restaurants, Geschäfte und auch Garküchen – und ganz wichtig natürlich: einen Starbucks. In Deutschland gehen wir eigentlich nie zu Starbucks, weil die Preise viel zu hoch sind, dafür, dass der Kaffee auch nichts Besonderes ist. Nach Wochen auf Reisen und mit dem letzten guten Kaffee in Seoul war uns das allerdings egal und die Preise waren auch deutlich humaner als in Deutschland. Der Starbucks hat uns oft gesehen. 🙂

Zuerst haben wir uns einen Roller ausgeliehen für einen Tag um die verschiedenen Teeplantagen anzuschauen und die Region etwas zu erkunden. Wir waren bei der BOH Teeplantage, wo wir uns die Teefelder angeschaut haben und sogar zu einer kostenlosen Führung in die Fabrik konnten. Die Fabrik bestand nur aus einem nicht sehr großen Blechhaus und hatte zwei Räume und einen Dachboden, von überall kam dabei ein so schöner frischer Geruch. Es roch nicht wirklich nach Tee, sondern eher nach Gras, das geschnitten wurde. Der Geruch entsteht, wenn die Teeblätter, nachdem sie ein paar Tage auf dem Dachboden getrocknet sind, durcheinandergewirbelt und zerkleinert werden. Nach diesen Schritten werden die Teepartikel schon getrocknet in einer langen Röhre und am Ende durch Siebe nach Größe sortiert. Der ganze Prozess dauert bestimmt nicht länger als 45 Minuten, wobei das Trocknen am meisten Zeit in Anspruch nimmt mit 20 Minuten. Die Maschinen, die dort eingesetzt werden, sind dabei von 1929 – wahrscheinlich wurde die Fabrik zu der Zeit errichtet und seitdem sind die Maschinen auch in Betrieb. Einfach, aber effektiv.

Hier werden die Teepflanzen verarbeitet

Ein weiterer Stopp führte uns zum Teehaus von BOH, das schon deutlich mehr Touristen angelockt hat und eine ganz tolle Lage auf einem Hügel hat, von dem aus man die gegenüberliegenden Teefelder betrachten kann.

Das große Teehaus von BOH

Nachdem wir schon durch die Teefelder gefahren sind und sie uns eher aus der Entfernung angeschaut haben, wollten wir an einem anderen Tag noch einmal hindurch wandern. Der Trail führte durch den Jungle und über den steilsten und rutschigsten Abstieg, den wir bisher hatten und dann mitten durch die Teefelder. Während der Morgen noch neblig und grau war, wurde der Nachmittag umso sonniger, sodass wir richtig schöne Aussichten hatten. Das grün der Teepflanzen war wie ein Meer aus tausend verschiedenen Grüntönen, von hell und kräftig leuchtend bis alt und dunkelgrün war alles dabei. Zusammen mit der Sonne war das ein ganz wunderbares Farbspiel, das wir uns lange angeschaut haben. Der Rückweg sollte strikt auf der Hauptstraße zurückführen, immer bergauf und den Serpentinen folgend. Nachdem wir uns schon durch den Jungle gekämpft haben und von der Sonne etwas ko waren, hatten wir gar keine Lust auf diese Strecke und hatten tatsächlich Glück – wir konnten auf die Ladefläche eines Pick Up Trucks springen und wurden die letzten 4,5 km mitgenommen. Ein Glück, die Strecke hätte wir sonst nur sehr schwer geschafft.

An einem anderen Tag sind wir ca. 4h durch den Jungle gewandert. Die Wege rund um Tanah Rata sind gut beschildert und im Hotel hing eine Karte, mit der wir uns gut orientieren konnten. Der erste Aufstieg war jedoch wirklich sehr anstrengend. Es ging nur bergauf, wir haben uns an Wurzeln und Felsen hochgezogen und mussten aufpassen um nicht auszurutschen. Es stellte sich also heraus, dass wir hier gut was für unsere Form tun und unsere Beine wieder mehr in Anspruch nehmen. Nach diesen beiden Wanderungen in den Cameron Highlands kann uns bestimmt auch nicht mehr so viel schocken. Natürlich war es auch wieder etwas trüb und grau, sodass wir von oben noch nicht einmal eine schöne Aussicht hatten, aber wie sagt man so schön – der Weg ist das Ziel.

Wie man es in der Region erwarten kann, haben wir hier viel Tee getrunken und waren auch einmal zur Tea Time in einem schickeren Hotel und haben viel Tee getrunken mit super leckeren Scones, Sandwiches und anderen Gebäcken. So vergeht die Zeit schnell und der Aufbruch nahte wieder.

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