Für die letzte Woche in Malaysia waren wir zuerst unsicher, was wir noch machen können. Da wären ein paar Inseln, zu denen wir noch fahren oder weitere Jungle, durch die wir wandern könnten. Irgendwann hat sich aber die Idee eingenistet, nach Borneo zu fliegen um dort Orang-Utans zu sehen. Wir sind also im Anschluss an die Cameron Highlands nach Kuching im Nord-Westen geflogen. Dort gibt es einiges Interessantes in der Nähe, sodass wir von Kuching aus mehrere Tagesausflüge machen konnten.
Einquartiert haben wir uns in einem charmanten, einfachen Hotel und haben auch gleich erfahren, dass zurzeit ein Food Festival in der Stadt stattfindet. Gleich am ersten Abend sind wir also hin und haben uns ordentlich durchprobiert. Das Festival war tatsächlich vergleichbar mit Street Food Festivals in Deutschland; es gab viele internationale Leckereien und natürlich viel Lokales.

Als wir in den nächsten Tagen die Stadt erkundet haben, waren wir überrascht, wie entspannt man durch die Straßen schlendern konnte. Das alte Zentrum am Fluss war ganz schön, es gab eine Promenade und einen kleinen Park. Nachdem wir von den größeren Orten in Malaysia nicht so sehr begeistert waren, war die Zeit hier eine richtige Wohltat. Auch hier gab es abends einiges zu sehen, ein paar Street Food Stände haben aufgemacht, z.B. mit leckeren Waffeln, und einige lokale Handwerker haben ihre Ware verkauft. Bei solchen Märkten ist es immer wieder traurig, dass wir, wenn überhaupt, dann nur ganz kleine Andenken mitnehmen können. Ein paar Souvenirs haben wir ja schon in unserer Wohnung von den vorherigen Reisen, aber in den letzten Monaten haben wir oft Dinge gesehen, die wir leider nicht mit nach Hause nehmen konnten.
Für zwei Tage haben wir uns noch einen Roller gemietet und die nähere Umgebung erkundigt. Im Vorfeld haben wir herausgefunden, dass es in der Nähe von Kuching ein Orang-Utan Sanctuary gibt, zu dem wir uns auch zuerst aufgemacht haben. Leider war es aber nicht ganz das, was wir uns darunter vorgestellt oder erhofft haben. Der Park an sich war recht groß und bot thematische Gärten und Walks, die allerdings allesamt wegen Renovierungsarbeiten gesperrt waren – auch wenn keine Arbeit zu sehen war. Der Hauptteil des Parks mit Infotafeln und Häuschen sah ziemlich verwahrlost aus und das Zentrum dort bildete die Feeding Platform. Die Orang-Utans sind wild, aber werden zweimal täglich gefüttert und erscheinen auch regelmäßig zu den Fütterungszeiten. Die Ranger waren sehr zutraulich mit den Affen, haben sie zum Beginn der Fütterungszeit gerufen und so ganz wild schienen die Affen einfach nicht zu sein. Wir hätten uns wahrscheinlich einfach noch mehr im Vorfeld informieren müssen, was genau dort gemacht wird und in welchem Umfang die Orang-Utans dort leben und wieder ausgewildert werden. Der Besuch hat einen schalen Geschmack hinterlassen und wir wollten jetzt noch einmal Orang-Utans in der Wildnis sehen!

Einen weiteren Tag sind wir in den Bako Nationalpark gefahren. Mit dem Roller haben wir sogar einen erste-Reihe-Parkplatz bekommen und wurden mit einem Boot zum Eingang des Parks gefahren. Die Fahrt durch die Mangroven zum offenen Wasser vorbei am Jungle und großen Felsen war bereits beeindruckend. Vom Park Headquarter gehen verschiedene Wanderwege ab und wir haben uns für einen mittellangen entschieden um dann im Anschluss noch einen Teil eines weiteren Trails zu gehen, auf dem oft Affen gesichtet werden. Noch bevor wir vom Parkeingang weg sind, haben wir auch schon ein paar verschiedene Affen gesehen. Der erste Weg führte uns über Felsen, durch Jungle und Gestrüpp an die Klippen mit einer tollen Aussicht über eine kleine Bucht und das Meer. Auf dem zweiten Trail haben wir leider keine Affen mehr gesehen, die kamen dann erst wieder bei den Bungalows des Park Headquarters und diesmal waren sogar Nasenaffen dabei – deren Nasen sind wirklich groß! 🙂
Nachdem wir sowohl in Taman Negara als auch in den Cameron Highlands so viel gewandert sind, kam uns dieser Tag fast leicht vor und waren ein wenig über unser Tempo überrascht. Die vielen Wanderungen machen sich also doch so langsam bezahlt!





