Der erste Teil unserer Thailand Rundreise war für uns ein Urlaub von der Reise und für Marnie der entspannte Einstieg in den Urlaub nach ein paar anstrengenden Wochen bei der Arbeit. Wir waren uns aber alle drei einig, dass wir nicht nur am Strand faulenzen wollen, sondern auch etwas mehr vom Land und der Kultur kennenlernen wollen.
Die wunderschönen Inseln mit dem weißen Strand und dem klaren Wasser haben wir also hinter uns gelassen und haben uns auf den Weg gemacht in den Norden, nach Sukhothai. Der Ort ist recht alt und ein paar Kilometer von der heutigen Stadt entfernt liegt eine Ruinenstadt aus dem 13. Jhd., die wir erkunden wollten. Wie auch schon auf Koh Pha-ngan hatten wir wieder ein richtig schönes kleines Hotel, das wir für uns hatten. Den ersten Nachmittag haben wir erst einmal am Pool verbracht, bis es abends aus heiterem Himmel angefangen hat wie aus Eimern zu schütten. Zum Glück waren wir gerade im Restaurant und haben ganz lecker zu Abend gegessen während die Straße sich in einen Fluss verwandelt hat.
Am zweiten Tag haben wir uns mit dem Local Bus auf den Weg in die alte Stadt gemacht. Als hätten wir es vorher geplant, haben wir herausgefunden, dass der Park samstags länger auf hat, die Ruinen noch beleuchtet werden und ein kleiner Markt stattfindet. Also haben wir uns am Nachmittag auf den Weg gemacht um das verzweigte Gebiet der Ruinen auf Fahrrädern zu erkunden. Das ist wirklich die schönste Möglichkeit, viel zu sehen und bequem zu den verschiedenen Tempeln zu kommen. Ein Teil der Tempel liegt im Historischen Park, für den man Eintritt zahlen muss, ein anderer Teil liegt aber außerhalb und ist frei zugänglich. Die am besten erhaltenen Ruinen sind aber natürlich im Park. Es ist schon erstaunlich, wie gut erhalten die Tempel und vor allem die Buddha Statuen teilweise noch sind. Zwischen den Ruinen haben wir ein wenig Zeit verbracht, während das Licht weicher wurde und der Ort einfach magisch aussah.






Am Abend hat der Markt dann geöffnet und wir haben uns ordentlich durchprobiert beim Essen: Fleischspieße, kleine Omelette Bratlinge, leckere Frühlingsrollen, Waffeln und noch viel mehr. Das frische Essen auf den Märkten ist wirklich das beste, immer lecker, frisch und dabei so günstig!
Nachdem wir also etwas Kultur hatten, ging es für uns weiter nach Chiang Mai und auch hier hatten wir wieder richtig Glück, da Sonntags die ganze Innenstadt für Autos gesperrt wird und ein riesiger Markt aufgebaut wird. Wir sind also los und haben mehrere Stunden damit zugebracht alle Straßen abzugehen und die vielen verschiedenen Stände zu besuchen. Es gab viel verschiedenes Essen, Souvenirs und lokale Handarbeit, wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hingucken sollen. Für uns war es natürlich noch besonders schlimm, weil es wirklich viele schöne Sachen gab, die wir gerne gekauft hätten, aber einfach nicht mehr weitertransportieren können.
Die Stadt haben wir dann noch einmal bei Sonnenschein und leeren Straßen erkundet und schon sah alles ganz anders aus als nachts in den vollgestopften Straßen. Die Innenstadt von Chiang Mai hat noch ein paar schöne alte Gebäude und ein paar coole Läden und es ist sogar noch ein Teil der Stadtmauer bzw. von den Stadttoren erhalten. Während es ganz angenehm war, durch die Straßen zu schlendern, haben wir doch unserer nächsten Tour entgegengefiebert.
Im Vorfeld haben wir einige Zeit investiert um verschiedene Elefantencamps rund um Chiang Mai zu recherchieren. Davon gibt es unzählige in den umliegenden Dörfern, viele sind aber auf Massentourismus ausgelegt und die Elefanten werden dort an Ketten gehalten und getriezt um das zu machen, was von ihnen erwartet wird. Wir wollten sichergehen, dass die Elefanten in dem Camp, das wir besuchen, frei leben können und nicht gequält werden. Am Ende haben wir uns also für Blue Tao Elephant Village entschieden und haben dort einen wundervollen Tag verbracht. Da noch keine Saison war, hatten wir wieder richtig Glück und die Gruppe bestand nur aus uns dreien und wir hatten den Guide nur für uns.

Zum Auftakt durften wir gleich mit Baby Mina kuscheln und besser konnte es eigentlich gar nicht mehr werden. Sie ist noch zusammen mit ihrer Mutter untergebracht und lernt noch, wie sie sich verhalten soll, weshalb die beiden noch in einem Gehege untergebracht waren. Mina war zwar erst ein paar Monate alt, aber hatte schon mehr als genug Kraft um uns vor sich herzuschieben und zu tackeln, dabei war sie aber so verspielt und aktiv, dass wir die paar Kratzer, die wir dabei bekommen haben, gerne verschmerzt haben. Die ganze Zeit, die wir bei ihr verbracht haben, konnten wir gar nicht mehr aufhören zu grinsen und mit Mina zu spielen, sie zu kitzeln oder zu streicheln. Kleiner Fun Fact: die Haare, die die Elefanten auf Kopf und Rücken haben, sehen von Weitem zwar flauschig aus, sie sind aber tatsächlich eher hart und borstig, selbst beim kleinen Baby-Elefanten. Das macht sie aber nicht weniger süß 🙂



Nach der Kuscheleinheit waren wir drei schon rundum glücklich und zufrieden, aber es gab noch andere Elefanten, die ebenfalls unsere Aufmerksamkeit haben wollten. Wir haben also unter Anleitung unseres Guides einen kleinen Mittagssnack gemacht für die beiden erwachsenen Elefanten, die wir zusammen mit Bananen und Zuckerrohrstangen an sie verfüttert haben. Danach sind wir mit den Elefanten und ihren Trainern durch den Jungle spaziert zum Wasserfall. Die beiden waren so gemütlich unterwegs, sind von einer Seite auf die andere gewiegt beim Gehen und haben immer wieder etwas zu futtern gesucht. Mittag gab es in einer kleinen Hütte mit direktem Blick auf den Wasserfall und nach der ganzen Bewegung mit den Elefanten hat es uns besonders gut geschmeckt. Frisch gestärkt ging es dann rein ins Wasser und zum Elefantenschrubben. Die beiden haben die Wellnessauszeit augenscheinlich genauso sehr genossen wie wir. 🙂







Der Tag ging leider viiieeeel zu schnell vorbei und wir mussten uns von den Elefanten und vor allem auch von Mina verabschieden. Soweit wir es im Camp sehen konnten, wurden die Elefanten gut behandelt: sie konnten sich absolut frei bewegen, jeder Elefant wurde von einem eigenen Trainer begleitet und sie wurden nur über Befehle trainiert. Es wurde nur Hand angelegt, wenn sie sich auf dem Weg zum Wasserfall zu viel Zeit gelassen haben zum Essen und wir sie von hinten etwas anschieben durften. Den kleinen Druck am Hintern haben sie aber wahrscheinlich gar nicht gemerkt.
Mit diesem wundervollen Erlebnis war unsere gemeinsame Zeit mit Marnie aber auch schon vorbei und es ging zurück nach Bangkok für ein paar letzte Einkäufe und zum Abschiedsfest. Wir hatten uns ein Hotel auf der Khaosan Road gebucht um die lange Souvenirliste von Marnie abzuarbeiten 😀 Auch wenn uns der Abschied schwer fiel, war nun die Zeit bis zum Wiedersehen etwas weniger und uns führte es nach Australien, worauf wir uns schon Monate im Voraus gefreut haben.