Roadtrippin

Mit unserer geballten Vorfreude hätten wir vielleicht etwas vorsichtiger sein müssen, da wir gleich etwas unglücklich in unser Camperleben gestartet sind: Nachdem die netten Menschen von der Autovermietung uns losgeschickt haben und wir einkaufen waren, sind wir ein kleines Stück in den Norden gefahren, aber waren etwas spät dran und sind somit auf keinen Campingplatz mehr gekommen. Der erste war schon ausgebucht und bei den anderen in der Nähe war die Rezeption nur bis 18 Uhr auf, wir haben sie nur um ein paar Minuten verpasst… Also haben wir uns auf einen Parkplatz gestellt und gehofft, dass wir nicht erwischt werden. Freedom Camping in Australien ist eine Grauzone: generell ist es nicht verboten und man muss nur aufpassen, dass es keine Schilder gibt, die Camping ausdrücklich verbieten – leider waren wir nur in einer Region, in der es auf allen Parkplätzen verboten war. Die Nacht war also recht kurz für uns, aber wir wurden zum Glück nicht erwischt und haben uns gleich in der Frühe aufgemacht zum Strand um unser erstes Camping-Frühstück zu genießen. Frisch gebrühter Kaffee aus unserem neuen Espressokocher und Hafer mit viel frischem Obst und das Beste: Blick aufs Meer.

Dort haben wir auch das erste Mal Pelikane gesehen, die sich am Bootsanleger versammelt haben. In den darauffolgenden Tagen haben wir noch viele weitere gesehen.

Auf unserem Weg in den Norden haben wir uns immer mal wieder Zwischenstopps herausgesucht an Stränden, bei kurzen Walks oder süßen Städten. Newcastle war unsere erste Stadt und war richtig süß. Natürlich gleich an der Küste gelegen hat es eine kleine Innenstadt mit Cafés und tollen Läden und einer langen Hafenpromenade. Auf der anderen Seite der Innenstadt gibt es einen Coastal Walk, der hoch über das Meer ragt und eine tolle Aussicht über die Strände und die ungeschliffene Küste gibt. Bei solchen Aussichten und den vielen wunderschönen Stränden lässt sich gut nachvollziehen, dass Surfen DER Sport in Australien ist – hier muss man wirklich jede Minute am Wasser verbringen! 

Hier haben wir auch gleich die volle Kraft der australischen Sonne zu spüren bekommen. Auf dem Walk konnten wir uns vor der Sonne nicht verstecken und solange der Wind wehte, war es zwar warm, aber noch erträglich. Sobald der Wind aber von Büschen oder ähnlichem geblockt wurde, wurde es direkt heiß und wir hatte das Gefühl, dass wir innerhalb von 5 Minuten einen Hitzeschock bekommen könnten. Wie es der Zufall aber so will, ist das Wetter kurz danach umgeschlagen, natürlich erst nachdem wir uns an den Strand gelegt, ordentlich mit Sonnencreme eingerieben haben und ins Wasser wollten. 

In Port Macquarie mussten wir ebenfalls einen Stopp einlegen, weil es dort ein Koala Hospital gibt und wir natürlich ganz viele Koalas sehen wollten. Unser Campground lag zwischen dem Ozean und dem Fluss und hatte mal wieder eine richtig tolle Lage, wir konnten also ganz entspannt zum Wasser und in den kleinen Ort spazieren. Das Koala Hospital ist nur ein paar Minuten außerhalb gelegen und bietet zweimal am Tag eine kostenlose Führung an, bei der man etwas über die Koalas, die dort aufgepäppelt werden, erfahren kann. Z.B. bedeutet Koala „kein Wasser“, weil Koalas den Großteil des Wassers über die Eukalyptusblätter aufnehmen und nur sehr selten Wasser trinken oder, dass sie häufig fälschlicherweise Koalabär genannt werden, obwohl sie überhaupt nicht zu den Bären gehören. Die Tiere, die dort im Hospital gepflegt werden, wurden von Autos angefahren, sind in eine Buschfeuer geraten oder leiden an Chlamydien, wodurch sie blind werden. Einige Koalas können gesund gepflegt und wieder ausgesetzt werden, während andere im Hospital bleiben müssen um kontinuierlich gepflegt zu werden, da sie sonst nicht überleben würden. Die Kleinen sehen so unfassbar süß aus mit dem weichen, grauen Fell, den großen Augen und flauschigen Ohren. Wir haben bestimmt eine Stunde in dem kleinen Areal verbracht um uns an den Öhrchen sattzusehen. 

Obwohl wir schon ein paar Tage an der Küste verbracht haben, waren wir noch nicht im Ozean schwimmen, weil es trotz Sonnenschein draußen noch recht kalt und das Wasser einfach noch nicht aufgewärmt war. Es war also Zeit für etwas Abwechslung und so sind wir ein Stück ins Landesinnere gefahren zum Dorrigo National Park, einem großen Regenwaldgebiet. 

Dort haben wir uns gleich wieder gefühlt wie in Asien und haben einen Regenwaldspaziergang gemacht. Der Dorrigo National Park ist einer der ältesten Regenwälder der Welt und es war so schön erholsam dort zu spazieren. Es war nichts zu hören bis auf ein paar Vögel und das Gefühl unter diesen riesigen Bäumen zu gehen und das Spiel aus Licht und Schatten zu beobachten ist einfach wunderschön. Die schönsten Teile des Weges waren zwei große Wasserfälle, die in die Tiefe rauschen. Auf dem Weg sind uns ein paar andere Leute entgegengekommen und waren schon ordentlich aus der Puste, obwohl der Weg nur 1-2 Stunden dauert und nicht wirklich anstrengend ist – unsere Übung in den Dschungeln von Asien hat sich also gelohnt! 

Der Weg weiter in den Norden führte uns nach Byron Bay, das Surferparadies konnten wir auf keinen Fall auslassen! So viel haben wir schon davon gehört und wollten die Atmosphäre selbst spüren. Der Ort ist richtig süß, hat viele schöne Läden mit Schnick-Schnack, Schmuck und schöner Kleidung, viele legen auch Wert auf nachhaltige Produkte. Natürlich dürfen Läden der ganzen Surfer Brands nicht fehlen, sowie kleine Restaurants, Bars und Live Musik an jeder Ecke. Das Leben scheint hier richtig entspannt zu sein, nach dem frühen Feierabend sind viele Locals an den Strand gegangen zum Surfen und es fällt überhaupt nicht schwer sich vorzustellen hier zu bleiben. Die Tage hier haben wir beim Schlendern durch die Straßen, am Strand und im Byron Bay Conservation Area verbracht. Dort liegt auch das Byron Bay Lighthouse, von wo aus wir im Wasser Delphine und Wale beobachten konnten. Sie waren zwar nur in der Ferne zu sehen, aber wir haben uns vorgenommen noch einmal näher an sie heranzukommen!

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