Der Weg weiter Richtung Norden führte uns als nächstes zum Surfers Paradise Beach. Auf dem Weg gab es für uns eine Überraschung – wir haben die Grenze zwischen New South Wales und Queensland überschritten und damit wurden die Uhren auch zurückgestellt und wir haben eine Stunde Zeit gewonnen. Obwohl wir also wieder in Ruhe gefrühstückt hatten in Byron Bay, sind wir trotzdem früh an der Gold Coast angekommen und konnten den ganzen Tag am Strand und an der Promenade genießen.
Als wir uns den Orten näherten, kam es mir so vor, als wären wir auf einmal in Miami und nicht mehr in Australien. Je näher wir zum Strand kamen, desto mehr kleine Kanäle gab es, an denen sich Villen aneinanderreihten, während im Hintergrund einige Hochhäuser zu sehen waren. Genau dort zog es uns hin, denn dort liegt der Strand. Nachdem es bestimmt eine halbe Stunde gedauert hat, bis wir einen Parkplatz gefunden haben, der nicht $10 die Stunde kostet und noch freie Plätze hat, haben wir uns auf den Weg zum Wasser gemacht und sind gleich baden gegangen. Das Wasser hier war zwar immer noch kühl, aber deutlich wärmer als noch in der Nähe von Sydney und es war eine willkommene Abkühlung von der brennenden Sonne. Der Strand schien zu beiden Seiten endlos lang zu sein, eine Promenade führt die ganze Länge entlang und dahinter gibt es eine Vielzahl an Restaurants und Geschäften. Im Gegensatz zu den anderen Orten in denen wir bisher waren, wirkt Surfers Paradise gänzlich amerikanisch – alles ist größer und es gibt hier nicht mehr die kleinen Boutiquen wie z.B. in Port Macquarie oder Byron Bay. Man könnte eigentlich auch meinen, dass die vielen Hochhäuser, die direkt am Strand in die Höhe schießen, befremdlich sind, aber irgendwie hat das seinen eigenen Charme und der Ort wirkt ziemlich cool.


Nachdem wir den Tag am Strand verbracht haben, haben wir kurz vor Brisbane übernachtet um den nächsten Tag in der Stadt zu verbringen. Mittlerweile haben wir aus der Parkplatzsituation gelernt und uns einen Parkplatz im Zentrum für den ganzen Tag im Voraus gebucht, online ging das zum Glück super einfach und war deutlich günstiger.
Die Stadt selbst hat uns sehr gefallen, hier gab es auch wieder diesen Mix aus älteren kleinen Häusern und den Hochhäusern im Zentrum, wobei für mich der schönste Teil wieder der Fluss im Zentrum war. Auf beiden Seiten führt eine Promenade am Ufer entlang und auch der Botanische Garten grenzt an den Fluss. Ansonsten finde ich die Häuserschluchten im Zentrum zwischen den vielen Hochhäusern immer wieder toll, weil ich es aus Deutschland überhaupt nicht gewohnt bin und in den australischen Städten, in denen wir bisher waren, eine gute Mischung aus charmanten älteren Häusern, teilweise im industriellen Stil, und modernen Hochhäusern herrscht. Wir sind also durch die Stadt geschlendert, haben uns Pausen im Park, am Fluss und im Café gegönnt und waren nach einem Tag in der großen Stadt auch wieder bereit für etwas mehr Natur. 🙂


Nach einem Zwischenstopp unterwegs sind wir in Noosa angekommen und haben unser Camp direkt am Wasser aufgeschlagen. Dort haben wir uns für etwas länger eingenistet und sind erst einmal auf Erkundungstour gegangen in den Ort. Auch hier gibt es überall vom Fluss ausgehend viele Kanäle und Buchten, sodass man überall in Wassernähe ist. Im Zentrum sieht man, dass Noosa ein beliebter Urlaubsort ist, da es viele süße Restaurants und Boutiquen gibt – mein Favorit war allerdings der Ben & Jerry´s Laden 🙂
Angrenzend an die Innenstadt liegt der Noosa National Park, der sich über die Landzunge erstreckt und durch Busch- und Waldgebiete an verschiedene Strände und Klippen führt. Hier haben wir auch 2 Nachmittage verbracht und haben sogar unser erstes wildes Wallaby gesehen. Leider ist es so schnell wieder in Busch verschwunden, dass wir die Begegnung nicht so richtig zählen konnten und unbedingt noch einmal welche sehen wollten.
Im Hinterland gibt es einige Berge, bzw. Hügel, von denen aus man eine tolle Aussicht auf die umliegende Landschaft und den Ozean hat. Zu einem der Berge sind wir gefahren und der Weg zur Spitze wurde uns als kurzer Hike verkauft – es hat sich allerdings herausgestellt, dass man vom Parkplatz innerhalb von 15 Minuten zur Spitze spazieren kann. Tatsächlich war das aber ganz angenehm, weil die Sonne wirklich Kraft hat und es ohne Schutz auf der Spitze sehr heiß war. Die Aussicht von dort oben war wirklich schön.




Von Noosa aus sind wir zu unserer ersten gebuchten Tour aufgebrochen (für die wir auch gleich mal 400 AUD pro Person gezahlt haben…) und sind mit einer Gruppe von 15-20 Leuten in Geländewagen aufgebrochen in Richtung Fraser Island. Die Insel ist quasi eine riesige Sanddüne, die in Jahrtausenden durch Sandverwehungen entstanden ist, als sich Sand auf dem Vulkangestein abgelagert hat. Jetzt gibt es einen breiten Strand entlang der Ostküste, der auch die Hauptstraße der Insel ist, und Regenwald, Eukalyptuswälder und Seen im Zentrum der Insel. Das Wasser im Lake Birrabeen und auch in der Eli Creek war unfassbar klar und der Sand am See war sehr fein und richtig weiß – besonders gut also für ein Bodypeeling.
Unser Guide während der Tour war super und hat uns viel über die Kultur der Aborigines erzählt, wir konnten versuchen Didgeridoos zu spielen, Boomerangs zu werfen und er hat uns gezeigt, wie wir uns am besten durch die sehr flache Eli Creek trieben lassen können. Der beste Part des Ausflugs: es gab 3 Wagen und zwei davon mussten von uns gefahren werden. Es konnte sich also jeder, der wollte, einmal austoben und über den Strand und die Pisten im Inneren der Insel fahren. Der Weg am Strand war dabei noch ganz entspannt, im Inland waren die Wege teilweise aber schwierig mit vielen Löchern und sandigen Abschnitten. Es ist aber nur einmal ein Wagen steckengeblieben im Sand, ansonsten wurde es teilweise nur sehr rüpelig und wir wurden etwas durch den Wagen geworfen. 🙂
Zum krönenden Abschluss der Tour haben wir kurz vor der Fähre, die uns wieder aufs Festland geführt hat, zwei Dingos und ein paar Delfine gesehen. Auch wenn die Tour ziemlich teuer war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt, wir hatten eine wirklich tolle Zeit und haben viele coole Leute kennengelernt (auch wenn mal wieder viele Deutsche dabei waren 😀 )





