Unseren Camper hatten wir für fast 5 Wochen, aber wir wollten auch noch an die Great Ocean Road und das Auto am Ende in Melbourne abgeben, weshalb es für uns Zeit wurde in Richtung Süden aufzubrechen.
Der erste und wichtigste Stopp war zunächst das Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane, weil wir so gerne einen Koala halten wollten. Es war eher ein kleiner Zoo, neben Koalas gab es noch viele andere Tiere und ein Freigehege mit Kängurus und Wallabys und es gab nicht wie im Koala Hospital den Fokus auf kranke oder verletzte Koalas. Allerdings gibt es dort eine eigene Forschungsstation inkl. Labor. Sobald wir drin waren, war unser erster Gang gleich zu den Koalas und wir hatten Glück, wir sind gerade rechtzeitig angekommen zur ersten Fotostunde. Die Koalas dort dürfen maximal für 30 Minuten „arbeiten“ und fotografiert werden und es wird auch sehr drauf geachtet, dass sie sich nicht unwohl fühlen. Wir mussten bestimmt eine dreiviertel Stunde auf unsere Kuscheleinheit warten, aber es hat sich gelohnt! Wir mussten die Hände zusammenlegen und vor den Bauch halten, damit der Koala sich dort bequem reinsetzen kann und denkt, er sitzt auf einem Ast. Drew, unser Koala, hatte so schön dickes und kuscheliges Fell und hat sich richtig schön an uns herangekuschelt. Allein für dieses Gefühl hat sich der Weg hierher gelohnt! 🙂 Leider war es viiiieeeel zu schnell vorbei und wir mussten weiter….





Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch in die Blue Mountains bei Sydney (als wir in Sydney los sind, war es uns noch zu kalt und wir wollten lieber schnell in den Norden, ins Warme ), allerdings haben zu der Zeit schon die Buschfeuer angefangen. Wir waren uns zunächst noch unsicher, ob wir dann lieber durchfahren sollten, oder vielleicht doch noch in die Blue Mountains fahren. Am Ende haben wir dann aber nur zwei Zwischenstopps vor Sydney gemacht und eine Nacht am Surfers Paradise Beach und eine etwas südlich von Port Macquarie verbracht und sind an Sydney vorbeigefahren, weil wir unterwegs schon Rauchschwaden gesehen und gerochen haben.
Auf der Strecke zwischen Sydney und Melbourne gibt es nicht sehr viele schöne Punkte, zu denen man fahren kann, von der Küste einmal abgesehen, weshalb wir uns entschlossen haben, nur nach Huskisson zum Whale Watching zu fahren und dann so schnell wie möglich Richtung Melbourne zu kommen.
Huskisson war wieder ein richtig schöner kleiner Ort und wir haben über unseren Campingplatz sogar noch Rabatt bekommen für eine Whale Watching Tour, sodass wir einen Tag entspannt im Ort verbracht und uns nach zwei langen Tagen im Auto die Beine vertreten haben und am nächsten Tag früh morgens aufgebrochen sind mit dem Boot. Die Tour ging insgesamt 3 Stunden durch die Jervis Bay, in der die Wale mit ihren im Norden geborenen Jungtieren auf ihrem Weg in den Süden eine Pause einlegen. Es war eine richtige Bootssafari, weil die Bucht sehr groß war und die Wale nur schwer zu sichten sind aus der Ferne. Alle haben in alle Richtungen Ausschau gehalten und dann haben wir schon bald den ersten Wal mit Jungtier gesehen. Die beiden sind ganz gemütlich geschwommen und leicht aufgetaucht, bevor sie dann wieder für mehrere Minuten unter Wasser verschwunden sind. Kurze Zeit später haben wir noch zwei weitere Wale gesehen, davon war eines auch wieder ein Jungtier, und sie sind ebenso gemächlich durch das Wasser geschwommen. Der Kapitän hat schon im Spaß gesagt, dass wir keine aufregende Show geboten bekommen, weil sie nicht aus dem Wasser gesprungen sind, aber für uns war es trotzdem ein einmaliges Erlebnis diese großen Tiere aus der Nähe zu sehen!


Nach den entspannten Tagen haben wir wieder einen Tag im Auto verbracht und sind bis Raymond Island gefahren, dabei ging es mehr als 9 Stunden immer die A1 in Küstennähe entlang… Das war wirklich der eintönigste und längste Tag bisher, aber wir wollten auf der Strecke möglichst wenig Zeit verlieren. Am nächsten Morgen sind wir die kurze Strecke mit der Fähre zur Insel übergesetzt um den Koala Walk zu nehmen – ca. 30 Minuten durch die Insel und man soll sehr gut wilde Koalas sehen können. Der Weg führt größtenteils durch das Wohngebiet, wo es überall Eukalyptusbäume gibt und durch ein kleines Wäldchen und unsere Augen blieben immer in den Bäumen. Insgesamt haben wir 36 (sechsunddreißig!) sichten können. Einige waren gut zu sehen, weil sie recht weit unten oder in kleinen Bäumen gesessen haben, andere saßen hoch oben in den großen Eukalyptusbäumen und wir konnten sie nur als kleine graue Flauschbälle in der Ferne ausmachen. Wir haben aber sogar einen Koala mit Joey (so werden die Jungtiere genannt) gesehen und einen Kookaburra, der weit unten im Ast saß. Der sah fast genauso flauschig aus wie die Koalas. 🙂


Nachdem wir so viele wilde Koalas gesehen haben, waren wir überglücklich und sind weitergefahren in den Wilson’s Prom Nationalpark. Dort hatten wir einen Campingplatz recht weit im Süden der Halbinsel und die Landschaft dort erinnerte uns ein wenig an England mit der wilden Küste und weichen Hügeln, die mit Sträuchern und kleinen Bäumen bedeckt sind. Unsere erste Erkundungstour führte uns einmal um den Campingplatz herum und wir haben direkt Wombats gesehen. Den ersten haben wir zuerst essen hören, bevor er tatsächlich zu sehen war. So fokussiert wie er aufs Essen war, hat er uns auch gänzlich ignoriert und ist langsam davongezogen. Am Strand hat uns der Wind fast weggeweht und nachdem wir noch ein paar Wombats und kleine Papageien gesehen haben, sind wir zum Auto zurückgegangen und haben dort versucht zu kochen, während die Stühle immer wieder vom Wind umgeworfen wurden. Am Ende haben wir es geschafft und alles wieder wetterfest verstaut um uns dann in unser Bett zu kuscheln. Als wir am nächsten Morgen aufgewacht sind, hat es sich auch bestätigt, dass das eine gute Idee war: ein paar Vorzelte waren in sich zusammengesunken und Campingstühle lagen verstreut auf dem Platz.





Leider hat das Wetter nicht mehr so richtig mitgespielt und es hat viel geregnet, sodass wir auf unserem Rückweg die Stopps recht kurz gemacht haben und auch nicht mehr ganz auf einen Berg zum Aussichtspunkt gewandert sind – die Aussicht wurde sowieso von den tief hängenden Wolken verdeckt. Aber einen Spaziergang haben wir trotz starkem Regen durchgezogen und wurden belohnt: Wir haben ganz viele Kängurus gesehen, bei einem konnten wir sogar ein Kleines im Sack sehen, so niedlich! Zurück im Auto konnten wir uns zum Glück gleich trockene Klamotten anziehen und die Heizung voll aufdrehen.
Weiter ging es für uns nach Philip Island. Wir haben in der Zeit in Australien nämlich so viele Wilde Tiere gesehen, dass wir damit noch weitermachen wollten und die Kolonie der Blue Penguins sehen wollten. Diese befindet sich auf Philip Island und kann bei Dämmerung beobachtet werden, wie sie ans Land kommen zu ihren Brutplätzen. Es hat leider immer noch geregnet, sodass wir versucht haben, noch so lange wie möglich drin zu bleiben, aber beim kurzen Sprint vom Auto zur Pinguinkolonie wurden wir schon komplett durchnässt. Zum Glück mussten wir dann noch eine Stunde draußen bei Regen und Wind verbringen um die Pinguine zu sehen. 😀 Die Blue Penguins sind die kleinsten Pinguine mit einer Größe von nur 30cm und es sah wahnsinnig süß aus, wie sie mit den Wellen an den Strand gekommen sind und dann in ihrem tapsigen Gang ihren Weg auf den Strand zur Düne hin gefunden haben. Jeden Tag kommen dort mehrere hundert Pinguine an Land, als wir dort waren, waren es ca. 800 kleine Pinguine, die an uns vorbeigewatschelt sind. Leider durfte man keine Bilder machen, damit die Kleinen nicht vom Blitzlicht abgeschreckt werden und den Weg zu ihrem Nest sicher finden.

