Vor ein paar Jahren waren wir schon einmal in Neuseeland und haben die Nordinsel erkundet. Dabei haben wir uns verliebt in die abwechslungsreiche Natur Neuseelands und uns war klar, dass wir irgendwann noch einmal zurückkommen müssen um den Süden zu sehen. Die Reise war also die perfekte Gelegenheit dazu!
Unser Flug von Melbourne nach Christchurch ging spät am Abend, sodass wir sehr früh in Neuseeland angekommen sind und sogar noch zwei Stunden am Flughafen warten mussten, bis die Autovermietung überhaupt aufgemacht hat. Dafür gingen die Kontrollen super schnell, da noch kein anderes Flugzeug angekommen ist. Gerade für die Zollkontrolle ist das super, weil die Einreisebestimmungen in Neuseeland sehr strikt sind und die Sohlen unserer Wanderschuhe einmal gewaschen und desinfiziert wurden.
Wir hatten uns für die Zeit in Neuseeland den gleichen Camper gemietet wie für Australien, der Verleih war aber viel kleiner und chaotischer als in Sydney. Obwohl wir eine der ersten dort waren, haben wir bestimmt 3 Stunden dort verbracht, bis alles geklärt war und uns der Camper übergeben wurde. Nach dem langen Tag, weil ich im Flieger immer nicht schlafen kann, war das wirklich anstrengend. Aber am Ende hatten wir die Schlüssel in der Hand, unsere Backpacks hinten reingeworfen und sind losgefahren.
Der erste Halt sollte nicht so weit sein von Christchurch, da wir beide müde waren und nichts riskieren wollten. So sind wir, nachdem alle Basics eingekauft waren, an die Küste in die Nähe von Akaroa gefahren und haben uns in unserem Campground erst einmal aufs Ohr gelegt.
Die nächsten Tage haben wir damit verbracht wieder etwas in den Wanderalltag zu kommen und so sind wir an der Küste entlanggewandert und haben unsere ersten neuseeländischen Schäfchen und Kühe aus der Nähe gesehen. Auf dem Rückweg sind wir über die Hügel gefahren um die Aussicht und die wilde Natur zu genießen, die Hügel waren alle mit blühenden Sträuchern bewachsen und wir hatten immer einen tollen Blick auf die Bucht. In der Nähe von Christchurch sind wir dann einen kurzen Wanderweg hochgegangen zum Bergkamm entlang der Gondola um die Aussicht auf die Stadt auf der einen und die Bucht von Lyttleton auf der anderen Seite zu genießen. Selbst die aufziehenden Gewitterwolken konnten die schöne Aussicht nicht trüben.



Danach ging es für uns schon in Richtung Süden zum Lake Tekapo. Wir haben unsere Zeit in Neuseeland extra in den Frühling-Sommer gelegt, damit es schon etwas wärmer wird, aber das Beste an unserer Reisezeit war die anstehende Blütezeit. Die Region um den Lake Tekapo ist bekannt für die riesigen Lupinenfelder, die im November blühen und wir haben das perfekt abgepasst. Das Wetter hat uns am See auch noch verwöhnt, wir hatten viel Sonnenschein und sind durch die Blütenfelder gegangen. Die Lupinen blühen in verschiedenen blau-rosa-lila Tönen und duften so schön, dass wir gerne Zeit dort verbracht haben. Natürlich kann man auch hier schön wandern und wir haben eine kleine Tour gemacht über die Halbinsel und auf den Observatory Hill. Von oben hatte man eine tolle Sicht auf den gesamten See und die umliegenden Berge, die wir schon bei der Fahrt zum See gesehen haben. In der Ferne waren die Berge noch schneebedeckt, aber bei uns war es zum Glück angenehm warm.



Hier haben wir auch das zweite Mal auf unserer Reise Besuch bekommen und Björn ist zu uns gestoßen. Nach einem Grillfest zur Feier sind wir dann gemeinsam weitergezogen in Richtung Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Natürlich gibt es dort auch einige Wanderwege, von denen wir uns schon zwei herausgesucht haben und beide starteten direkt von unserem Campingplatz am Fuße der Berge. Der erste Tag war leider etwas bewölkt, sodass wir den kürzeren Weg ins Hooker Valley zuerst genommen haben. Er führte über ein paar Schwingbrücken zu einem Aussichtspunkt am Gletschersee am Fuß des Mount Cook, wo es gleich ziemlich windig und kalt wurde. Der Berg, bzw. die Spitze war immer nur spärlich zu sehen und war größtenteils wolkenverhangen.

Am nächsten Tag hatten wir uns dann vorgenommen hoch in Richtung Mueller Hut zu gehen und die Aussicht von oben zu genießen. Leider hat es am Morgen noch geregnet, weshalb wir erst am späten Vormittag loskonnten. Dann ging es aber gleich ein paar hundert Meter hoch, insgesamt führen 2.000 Treppenstufen nach oben – was für ein tolles Training für die Beine… Auf die Höhe sind wir also recht schnell gekommen und je höher wir kamen umso mehr ist es aufgeklart und wir hatten eine wunderbare Sicht auf das gesamte Tal und den Mount Cook!



Die ersten Wanderabenteuer haben wir also gut überstanden und haben uns vorbereitet auf die kommenden Wanderungen, die wir uns schon herausgesucht haben.