Vom Mount Cook aus sind wir über die Weiten des Landesinneren wieder an die Küste gefahren um weiter in den Süden zu kommen. Unser erster Stopp war Oamaru, wo es eine Kolonie von Blue Penguins gibt – die kleinen Pinguine, die wir schon in Australien auf Philip Island gesehen haben. Hier konnte man sie auch einfach im Hafen beobachten, wie sie bei Sonnenuntergang an Land kommen und zu ihren Nestern gehen. Sie sind einfach so knuddelig wie sie die Hafenkante hochwatscheln und dabei nicht größer sind als ihre Kuscheltierversion.
Mit einem Zwischenstopp an den Moeraki Boulder ging es für uns weiter nach Dunedin, wo wir uns die steilste Straße der Welt anschauen mussten – die Steigung an der steilsten Stelle beträgt immerhin 35%! Sie ist zwar recht kurz; um aber vom Anfang ans Ende zu gehen dauert es trotzdem ein paar Minuten, weil man einfach steil bergauf gehen muss. Während wir unsere Fotos gemacht haben, ist ein Auto hochgefahren und das Manöver in die Einfahrt zu kommen, sah schon etwas sportlich aus – einfach mit Vollgas hochfahren und ohne abzubremsen in die Einfahrt abbiegen. An dem Berg möchte man auch wirklich nicht anfahren! 😀



Nachdem wir noch etwas Zeit in der Innenstadt verbracht haben, uns mit neuer Ausrüstung ausgestattet haben für die nächsten Wanderungen und einen richtig guten Burger gegessen haben, sind wir aufgebrochen zu den Catlins. Dort gibt es viele verschiedene interessante Orte und wir haben dort viele kleine Ausflüge gemacht, z.B. zu einem Leuchtturm und zu verschiedenen Wasserfällen, zu denen man nach kurzen Wanderungen durch den Wald gelangt. Das Highlight war aber der Cannibal Beach, an dem wir 3 Seelöwen gesehen haben. Der erste hat in der Böschung geschlafen und den nächsten haben wir am anderen Ende des Strandes gesehen. Der war schon wach und hat uns eine richtige Show geboten, als er aus dem Wasser heraus ist und langsam den Strand hinauf gerobbt ist und sich von der besten Seite gezeigt hat. Über ihn haben wir uns schon richtig gefreut und als wir dann zurück zu den Autos gegangen sind, lag ein Seelöwe quer über den Weg und hat uns sogar recht nah rangelassen.







Am nächsten Tag wurde es sogar noch besser: am Strand in der Nähe unseres Campgrounds gab es Hector Delfine, die dort häufig zu sehen sind und wir hatten Glück! Es waren wirklich einige von den kleinen Delfinen zu sehen und obwohl der Wind kalt und auch das Wasser eisig war, sind wir ins Wasser gesprungen um mit den Delfinen zu schwimmen. Sie sind immer wieder von einer Seite der Bucht zur anderen geschwommen, haben in den Wellen gespielt und sind sogar recht nah an uns herangeschwommen. Wir waren viel länger im Wasser als eigentlich gut war, aber es war so schön und hat sich definitiv gelohnt! Danach haben wir uns mit einer heißen Schokolade in der Sonne aufgewärmt und die Kälte war über die Delfine sowieso vergessen.
Dort haben wir noch zwei kennengelernt, die die gleiche Route wie wir vor uns hatten und wir haben beschlossen zusammen in Richtung Milford Sound zu fahren. Unsere Gruppe ist also angewachsen auf 3 Autos und 5 Leute und die Abende wurden noch lustiger.
Wir sind also zusammen weiter gefahren und mit ein paar Stopps an Stränden und am südlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands, wo sogar eine kleine Leuchtsäule steht (Leuchtturm kann man es nicht wirklich nennen…) ging es in Richtung Milford Sound. Nach einer Zwischenübernachtung ging es mit vielen Pausen zum Milford Sound – der einzige Weg führt von Te Anau dorthin und es ist eine kilometerlange Sackgasse, aber die verschiedenen Ausblicke auf die Wiesen und Berge sind einfach wunderbar. Die Aussicht haben wir das ein oder andere Mal genossen und hatten sogar Glück, dass die Sonne schien. Natürlich haben wir uns auch noch eine kurze Wanderung herausgesucht um die Berge von einem höheren Punkt zu betrachten und sind den Key Summit Track gegangen. Der Track ging nicht allzu hoch, aber die Aussicht auf das langgezogene Tal war wirklich schön.



Im Vorfeld hatten wir schon gesehen, dass es in Milford Sound direkt nur einen Campground gibt und der nächste mindestens 45 Minuten entfernt ist vom Sound und wir somit den ganzen Weg wieder zurückfahren müssten. Wir hatten allerdings Glück, beim ersten Mal nachfragen wurden wir zwar abgewiesen, beim zweiten Mal hatten wir aber eine freundliche Rezeptionistin, die nochmal genauer nachgeschaut hat und uns schmale Stellplätze gegeben hat, sodass wir doch konnten direkt am Sound campen konnten. Zum Sonnenuntergang sind wir ans Wasser gegangen und hatten die Hoffnung, dass wir die Sonne im Fjord selbst sehen können. Die Sonne war dort leider nicht zu sehen, aber der Fjord, der immer dunkler wurde und über den die Wolken schnell hinweggezogen sind, sah fast ein wenig mystisch aus.



Am nächsten Morgen sind wir mit dem ersten Boot raus aufs Wasser gefahren um uns die Berge und die vielen Wasserfälle aus der Nähe anzuschauen. Wo wir am ersten Tag so Glück hatten mit dem Sonnenschein, hat es direkt morgens angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört, bis wir am Nachmittag wieder in Te Anau waren. Der Fjord sah im Regen allerdings wahnsinnig schön aus, überall waren Wasserfälle zu sehen, die teilweise in der Mitte abgebrochen sind, weil das Wasser vom starken Wind weggeweht wurde. Immer, wenn wir für ein paar Minuten rausgegangen sind aufs Deck, sind wir komplett durchnässt vom Regen und Wind, aber die Ansicht der Berge war einfach zu schön um sie nur vom Inneren des Boots zu sehen. Ein gutes hatte der starke Regen auf jeden Fall – so viele Wasserfälle sind nur bei Regen zu sehen. 🙂



Eigentlich wollten wir auf dem Rückweg noch ein paar Stopps einlegen, die wir auf dem Hinweg nicht geschafft haben, aber bei dem Regen wollte keiner von uns aus dem Auto raus und so sind wir den ganzen Weg wieder zurückgefahren und weiter nach Queenstown.