Zurück in wärmere Gefilde

Fürs Erste waren wir nun tatsächlich durch mit unseren Wanderungen und haben uns auf den Weg weiter in den Norden von Argentinien gemacht. Wir sind wieder weiter mit dem Bus gefahren, diesmal ging es für uns über Nacht nach Los Antiguos. Wir sind zwar immer noch durch Patagonien gefahren, aber die Landschaft hat sich hier schon verändert: das Grüne hat immer mehr Platz gemacht für karge Weiten in Braun- und Rottönen. In Los Antiguos angekommen, war es auch gleich schön warm, aber der Wind, der so typisch ist für Patagonien, hat uns natürlich auch hierhin verfolgt.

Der Ort selbst ist klein und süß und bietet nicht viel zu sehen, aber wir haben ihn als Startpunkt für einen Ausflug zu den Marble Cave genutzt. Zu Beginn war und nicht klar, wie schwierig es ist ohne ein eigenes Auto dort hinzukommen. Wir haben lange gebraucht um alle Möglichkeiten zu recherchieren, da die Marble Cave sich auf der Chilenischen Seite des Sees befinden. Am Ende hatten wir noch Glück und haben eine Rückmeldung von einem Touranbieter aus Los Antiguos bekommen, sodass wir einen Tagesausflug machen konnten – wobei wir bestimmt 7-8 Stunden im Auto verbracht haben, da der Weg recht weit ist und wir natürlich noch zweimal die Grenze überqueren mussten inkl. aller Kontrollen. Der Ausblick auf den See war aber auf der gesamten Strecke richtig schön, besonders wenn in der Ferne über dem See die schneebedeckten Spitzen der Anden zu sehen waren.

Die Marble Caves selbst sind riesige Felsen, die komplett aus Marmor bestehen und die durch Wasser und Wind ausgehölt wurden, sodass der Marmor zum Vorschein gekommen ist und die fließenden Muster freigelegt wurden. Das Gebiet steht mittlerweile unter Naturschutz und das Material darf nicht abgebaut werden, wobei der Marmor anscheinend auch zu weich ist um ihn zum Bau zu nutzen. Die Farben des Gesteins gepaart mit dem türkisfarbenen Wasser und den Reflexionen erschienen einfach unwirklich.

Danach ging es mit einer weiteren langen Busfahrt weiter in den Norden Patagoniens, nach San Carlos de Bariloche. Bariloche war ein ganz süßer Ort, der in der Seenregion Patagoniens gelegen ist. Auch wenn es hier windig war, konnten wir doch die Sonne genießen und haben viel Zeit am See verbracht und uns wieder ein wenig entspannt. Das beste daran: am Strand wurden super leckere Churros gefüllt mit Dulce de Leihe verkauft und wir haben uns fast jeden Tag welche gegönnt. 🙂 Natürlich waren wir die Sonne nicht mehr so richtig gewöhnt und haben uns gleich einen Sonnenbrand geholt….

Im Ort selbst gibt es eine kleine Fußgängerzone mit vielen kleinen Läden, aber der schönste Teil ist doch der See selbst, mit dem steinigen Strand erinnert er ein wenig an den Gardasee. Besonders schön ist die Aussicht vom Cerro Companario, den man ganz gut mit dem Bus erreichen kann. Dort gibt es auch einen Skilift, aber wir sind natürlich zu Fuß hochgegangen, weil der Berg auch gar nicht hoch ist. Vom Bus aus waren es (für uns) nur ca. 30 Minuten bis zur Spitze und wir haben die Aussicht auf die Seen und die umliegenden Berge genossen. Auf dem Weg und auf der Spitze haben wir das typische Bild für Argentinien gesehen: jeder hatte eine große Thermoskanne dabei und den eigenen Matebecher und hat den Matetee frisch genossen.

Unsere letzte Station in Argentinien war Mendoza und damit haben wir auch Patagonien verlassen. Die bisher längste Busfahrt führte uns von Bariloche dorthin und hier hatten wir auch das erste Mal Pech mit dem Bus. Irgendwann auf dem ist Weg die Klimaanlage (und wahrscheinlich noch irgendwas anderes) kaputt gegangen und wir mussten mitten in der Nacht auf einen Ersatzbus warten. Anstelle der geplanten 17 Stunden waren wir 20 Stunden oder mehr unterwegs und das schlimmste: Trotz der Verspätung kamen wir nicht direkt in unser Hotelzimmer und der Tag war damit ganz offiziell gelaufen. 🙂

Mendoza war aber eine ganz süße Stadt, in der der spanische Einfluss wirklich stark zu sehen ist im Baustil. Wir haben also ein wenig Zeit damit verbracht durch die Straßen und Parks zu schlendern und haben uns mit dem argentinischen Wein vertraut gemacht. Mendoza ist eine ganz bekannte Weinregion Argentiniens und ist bekannt für den Malbec, den wir natürlich auch verkosten mussten. Dazu haben wir eine Tour zu ein paar Vineyards gemacht, wo uns mehr über den Prozess der Weinerzeugung erzählt wurde und wir auch verschiedene Weine probieren konnten.

Von hier aus haben wir außerdem noch einen Ausflug zu einer Pferdefarm in den Bergen gemacht. Anders als die Region rund um Mendoza sind die Berge grün, da es in der Höhe mehr regnet und außerdem das Wasser aus den Bergen dort besser abgefangen wird. Auf dem Weg sind wir aus der Wüste wieder ins Grüne gekommen und die Grenze war erstaunlich gut zu sehen. Mendoza selbst liegt mit ca. 800m schon etwas höher, aber die Berge der Anden, die aus der Stadt zu sehen sind, liegen bei 3.000-6.000m ü NN, selbst die Midrange ist mit 4.000m schon echt hoch. Entsprechend beeindruckend war es auch die Berge auf den Pferden zu erkunden, ein paar hundert Meter sind wir mit ihnen auch hochgegangen und es war deutlich einfacher als selbst hochzuwinden. 🙂 Die Aussicht war einfach wunderschön und wir hatten sogar Glück, dass wir mehrere Kondore in der Ferne gesehen haben. Zuerst waren wir schon traurig, dass wir keine gesehen haben, bis die Vögel während einer Pause nach und nach über den Bergrücken auf uns zukamen. Abgeschlossen wurde der Ausflug mit einem typisch argentinischen Asado (einem Barbecue) mit viel leckerem Fleisch, frischen Empanadas und frischen Brot und Gemüse.

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